|
|
Applets Venus Konjunktionen 1631 1639 1761 1769 1874 1882 2004 2012 |
![]() |
![]() Bis zum Transit 2012 noch ... |
|
Nach 122 Jahren lässt sich wieder ein Durchgang unseres inneren Nachbarplaneten Venus vor der Sonne beobachten. In Deutschland war dies zuletzt 1882 möglich, und Europa wird dann bis zum 8.12.2125 auf die nächste Gelegenheit warten müssen. |
|
![]() |
Venus, der innere Nachbar unserer neun Planeten, bewegt sich an diesem Tag genau zwischen Sonne und Erde (untere Konjunktion) und durchquert dabei die Sonnenscheibe, ähnlich wie der Mond bei einer Sonnenfinsternis. Venus wird dabei aber nur als kleines schwarzes Pünktchen durch die Sonnenscheibe wandern. Sie ist so groß wie unsere Erde und 3,5 mal größer als der Mond, aber 43 Mio km von der Erde entfernt - 115 mal so weit wie der Mond: von der Erde aus gesehen wird ihr Durchmesser 1/30 des Sonnenduchmessers betragen, doch man kann Venus durch die Sonnenfinsternisbrille gerade noch erkennen. |
![]() |
Das Himmelsschauspiel beginnt bereits um 7:20 Uhr: Venus betritt die Bühne der Sonne (äußerer Kontakt), wenn diese gut eine Handspanne (17 Grad) über dem Horizont im Osten steht. Venus beendet ihren mehr als sechsstündigen Auftritt um 13:23 Uhr (äußerer Kontakt) : die Sonne steht dann 62 Grad hoch und schon fast im Süden. ![]() |
![]() Venus steht über der Sonne: kein Transit ![]() Venus genau vor der Sonne: Transit |
Warum ist ein Venus-Transit so selten ? Zwar befindet sich Venus alle 584 Tage zwischen Erde und Sonne ("untere Konjunktion"), doch ist ihre Bahnebene gegen die der Erde geneigt, und der Planet läuft zumeist über oder unter der Sonne vorbei. Damit ein Transit stattfinden kann, muss Venus bei ihrer unteren Konjunktion gerade die Bahnebene der Erde durchqueren (einen der beiden "Knotenpunkte").
|
|
Beide Bedingungen sind nur viermal in 243 Jahren erfüllt, mit Abständen von 8, 121 1/2, 8 und 105 1/2 Jahren. Außerdem muss am Beobachtungsort gerade Tag sein Johannes Kepler berechnete 1629 einen Venusdurchgang für den 6. Dezember 1631, der jedoch in Europa erst nach Sonnenuntergang stattfand und daher unbeobachtet blieb. Jeremiah Horrox gelang es, den nächsten Venustransit für den 4. Dezember 1639 vorauszusagen: er und sein Freund William Crabtree konnten den Durchgang dann erstmals in der Menschheitsgeschichte beobachten. Die folgenden vier Venusdurchgänge beobachteten die Astronomen mit großem Aufwand, um aus Zeitmessungen den noch sehr unsicher bekannten Abstand zwischen Sonne und Erde zu ermitteln (heutiger Mittelwert mit Radar: 149.597.871 km). Sicherheitshinweis:
Dr. Jürgen Giesen, www.venus-transit.de |
|